" Mein Körper wurde wie unbeweglich angewurzelt. Der Atem wurde aus meinen Lungen gesogen wie
von einem grossen Magneten. Seele und Verstand verloren ihre körperliche Gebundenheit und strömten
heraus wie ein fliessendes Licht aus jeder Pore. Das Fleisch war wie tot. Doch war ich mir in
meiner intensiven Bewusstheit klar, dass ich niemals vorher voll am Leben gewesen war.
Mein Identifikationssinn war nicht länger eng an einen Körper gebunden, sondern umfasste die
umgebenden Atome. Menschen auf entfernten Strassen schienen sich über meine eigene ferne
Peripherie zu bewegen. Die Wurzeln der Pflanzen und Bäume erschienen durch eine dunkle Transparenz
des Bodens, und ich sah den inneren Fluss ihrer Säfte.
Meine normale Sicht war jetzt zu einer riesigen sphärischen Sicht geworden, alles
gleichzeitig wahrnehmend. Durch meinen Hinterkopf hindurch sah ich die Menschen weit
die Rai Ghat Lane heruntergehen. Ich bemerkte auch eine weisse Kuh, die sich leise näherte.
Als sie das Ashram - Tor erreichte, beobachtete ich sie wie durch meine physischen Augen.
Nachdem sie die Steinmauer passiert hatte, sah ich sie immer noch.
Alle Objekte in meinem Panorama zitterten und vibrierten wie schnelle Filmbilder.
Mein Körper, der Körper des Meisters, der Hof, die Möbel, der Flur, die Bäume, der
Sonnenschein, sie wurden erfasst, bis sie in einem leuchtenden Meer verschmolzen.
Das einigende Licht änderte sich mit den materialisierten Formen, das Gesetz von Ursache
und Wirkung in der Schöpfung zur Geltung bringend .
Ein Ozean der Glückseligkeit erwachte auf den ruhigen endlosen Ufern meiner Seele. Ich bemerkte,
dass der Geist Gottes unerschöpfliche Glückseligkeit ist.
.
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.....das ganze Universum schimmerte schwach erleuchtet wie eine nächtliche Stadt in der
Unbegrenztheit meines Seins......
.
.
Die göttliche Streuung der Strahlen wurde aus einer ewigen Quelle ausgegossen.
Wieder und wieder sah ich die schöpferischen Strahlen sich in Konstellationen
kondensieren , und sich dann in die Zungen von transparenten Flammen auflösen.
Durch rhythmische Umkehr entstanden unzählige Welten.
Glückseliges AMRITA, Nektar der Unsterblichkeit, pulsierte durch mich wie
eine quecksilberähnliche Flüssigkeit. Ich hörte die schöpferische Stimme
Gottes ertönen wie AUM, die Schwingung des kosmischen Motors.
Plötzlich kehrte der Atem in meine Lungen zurück. Mit fast unerträglicher
Enttäuschung bemerkte ich, dass meine Unbegrenztheit verloren ging. Einmal mehr war
ich begrenzt auf den Käfig meines Körpers, nicht leicht an den Geist angepasst.
Wie ein unartiges Kind war ich von meinem makrokosmischen Zuhause weggelaufen und
hatte mich in meinen engen Mikrokosmos eingesperrt.
Quelle
Yogananda beschreibt seine erste Erfahrung des Kosmischen Bewusstseins in seinem
klassischen Buch : Autobiografie eines
Yogi.
(Yogananda weist in seinem zweiten Lehrbriefabschnitt darauf hin,
dass seine Lehre auf dem Wissen des Pantanjali und der Johannes-Apokalypse fusst.)
Auch Sri Aurobindo beschreibt ähnliche Erfahrungen als Nebenerscheinungen sehr fortgeschrittener
Schüler in seinem Werk "Life Divine"(Das Göttliche Leben) :
"In dieser grenzenlosen Weite kann nicht nur das Einzel-Ich
sondern jedes Gefühl von Individualität oder instrumentaler, untergeordneter
Persönlichkeit gänzlich verschwinden. Das kosmische Bewusstsein, die kosmische Wonne,
das Spiel der kosmischen
Kräfte ist allein übrig geblieben, und wenn nun das Ananda oder der Brennpunkt der
Kraft dort gefühlt wird, wo persönliches Denken, Vitales oder Einzelkörper
gewesen sind, dann wird es nicht mehr als etwas Persönliches sondern als ein Feld der
Offenbarung empfunden". (
Life Divine II, 26)
und er beschreibt das kosmische Bewusstsein :
"Ich hüllte die weite Welt in mein weiteres Selbst
und Raum und Zeit sind meines Geistes Gesicht
Ich bin der Gott und Dämon, Geist und Elf
Ich bin des Windes Eile, der Sterne Licht
Die ganze Natur ist der Pflegling meiner Acht
Ich bin ihr Kampf und der ewigen Ruhe Schweigen
Der Welt Freude rinnt schauernd durch mich, bedacht
mit dem Weh von Millionen ist meine einsame Brust
Ich lernte Wesenseinheit mit allem hier.
Doch nichts, das ich werde, bindet mich verfänglich.
Tragend des Universums Ruf in mir,
klimm ich zu meiner Heimat, die unvergänglich.
Leben und Zeit übersteig ich auf masslosen Schwingen,
Doch bin ich eins mit geborenen und ungeborenen Dingen.
Sri Aurobindo,
Last Poems.
"Wenn das Übermentale herabkommt, wird sich der Herrschaftstrieb des Ich-Sinnes, der sich immer
in den Mittelpunkt stellt, gänzlich unterordnen, in der Weite des Seins verlieren und schließlich
abgelegt werden. Ein weites kosmisches Schauen, das Gefühl des grenzenlosen All-Selbstes und eines
All-Strebens sind an seine Stelle getreten. Viele Regungen, die vorher noch egozentrisch waren, mögen
zwar noch fortdauern, erscheinen aber nun als Strömungen und Wellenlinien in der
kosmischen Weite.
Alles innere individuelle Schauen und Verstehen der Dinge ist
jetzt ein Enthüllen, ein Erleuchten des Geschehenen oder des Verstandenen geworden, aber die Quelle
der Offenbarung liegt nicht mehr in unserem Einzel-Ich sondern im All-Wissen.
In dieser grenzenlosen Weite kann nicht nur das Einzel-Ich sondern jedes Gefühl von Individualität oder
instrumentaler untergeordneter Persönlichkeit ganz verschwinden.
Das kosmische Sein, das kosmische Bewusstsein, die kosmische Wonne, das Spiel der
kosmischen Kräfte ist allein übriggeblieben, und wenn nun die Wonne oder der Brennpunkt der Kraft
dort gefühlt wird, wo persönliches Denken, Vitales oder Einzelkörper gewesen sind, dann wird es nicht
mehr als etwas Persönliches sondern als Feld der Offenbarung empfunden. Das Gefühl der Wonne, das
Wirken der Kraft ist nicht mehr auf die Person oder den Körper beschränkt, sondern es wird überall
gefühlt, in einem unbegrenzten Bewusstsein von Einheit, das alles durchwebt."
"Das supramentale Wesen, das in seinem kosmischen Bewusstsein alles aus sich selbst
sieht, wird aus diesem Gefühl heraus
handeln. Es würde aus einem Gewahrsein des Alls heraus handeln. Sein Einzel-Selbst würde mit dem
totalen Selbst, sein Eigenwille mit dem totalen Willen, seine Eigentätigkeit mit
der All-Tätigkeit in Einklang stehen.(
Life Divine II,27)
"Für den erleuchteten Menschen, dessen Bewusstsein das Universum umfasst, wird das Universum
sein "Körper", während der physische Körper zu einer Manifestation der Universellen Geistes wird, seine
inneren Vision wird ein Ausdruck der höchsten Wirklichkeit und seine Rede ein Ausdruck der ewigen
Wahrheit und mantrischen Macht"
Lama Anagarika Govinda, Foundations of Tibetan Mysticism3 ,(Capra 1975, 305)
"In den Veden lesen wir von Ihm als "Soma Ras", das den Rishis und Munis kosmische Bewusstheit
oder kosmisches Bewusstsein gewährte, die schon vor sehr langen Zeiten daran teilnahmen."
Kirpal Sing in "NAAM or the Word" über
Amrita, und weiter auf Seite 167 :
" Diese Rückkehr der Seele zur Verwirklichung ihrer wahren Natur ,
und das Aufsteigen in das universale oder kosmische Bewusstsein jenseits der
Schranken der Endlichkeit, ist die wahre Auferstehung oder die Erfahrung
einer neuen Geburt und eines neuen Lebens"
Kirpal Singh in "
Naam oder das Wort"(PDF)
"...der Körper, die Erde, die Sterne, die Galaxien verschmolzen zu einer Einheit - und zu dieser
Einheit gehörte ich.
Grenzenlos, zeitlos schwebte mein Bewusstsein in einer pulsierenden Ewigkeit", schrieb der 1999
im Alter von 92 Jahren verstorbene französische Mystiker Frédéric Lionel.
Es sollte daran erinnert werden, dass das besondere Merkmal des Menschen am Veränderlichen Kreuz
das Selbstbewusstsein ist, daß der Jünger am 'Fixen Kreuz' schnell gruppenbewusst wird, wenn die
erlebten Erfahrungen richtig assimiliert wurden, und dass der Meister am 'Kardinalen Kreuz' durch
ein universales Bewusstsein unterschieden wird, das schliesslich ins kosmische Bewusstsein übergeht,
einen Seinszustand, der euch selbst in den kühnsten Flügen eurer Einbildungskraft unbekannt ist.
A.A. Bailey :
Sieben Strahlen 5,692