T A O I S M U S
Der Taoismus hatte seine Basis im Schamanismus und entwickelte sich unter dem Einfluss von Laozi und später unter dem Einfluss des Mahayana in Richtung wirklicher Spiritualität, wie sie im "Tao Te King" beschrieben wird.

Das höchste Tao ist der leitende "Sinn" hinter allen Dingen und daher vergleichbar mit dem höheren Brahman Shankaras bzw. der buddhistischen "großen Leere", die im Taoismus ähnlich als 'Tàixū' bekannt ist.

"Das Unergründliche, das man ergründen kann, ist nicht das unergründbar Letzte. Der Begriff, durch den man begreifen kann, zeugt nicht vom Unbegreiflichen. Im Unbegreiflichen liegt der Welt Beginn, nennbar wird nur, was Gestalt gewinnt." (Tao Te King, Kapitel 1)

"Der Farben Vielfalt blendet die Augen.
Die Fülle der Töne betäubt das Gehör.
Der Reichtum der Gewürze verdirbt den Geschmack.
Der Drang der Leidenschaften verwirrt das Herz.
Die Gier nach schwer Erreichbarem zerstört die Sitten.
Der von seinem Inneren geleitete Weise bestimmt die Grenzen seiner Sinne.
Alles Sinnliche ist ihm auch nur ein Weg zum Sinn. "(Tao Te King, Kapitel 11)

Der Taoismus hatte im 6.Jahrhundert das Problem periodischer Bücherverbrennungen[> * <] von Kaisern wie Tschen Lung im vorletzten Jahrhundert, der alle Bücher einsammeln und katalogisieren und 2000 Titel verbrennen liess. Deshalb stammen die meisten Bücher aus späterer Zeit. Die innere Lehre wurde aber sowieso mündlich in Familientraditionen weitererhalten bzw. meist symbolisch verschlüsselt.
In neuerer Zeit versuchte Mao Tse Tung in der Kulturrevolution die religiösen Gruppen auszulöschen. Das ging soweit, dass selbst von den Shaolin - München nur sechs Mönche überlebten. Heute sind es wieder mehrere tausend Mönche. Diesen erlaubten die Kaiser in der Vergangenheit, wegen ihrer Leistungen den Buddhismus in China zu verbreiten.

Aus geografischen Gründen vermischte sich der Natur-Taoismus als Pfad weisser Magie auch mit dem Mahayana-Buddhismus, der ihn spirituell weiterentwickelte.

Yin-Yang
Ein bekanntes taoistisches Symbol ist das Yin-Yang-Symbol. Die polaren Kräfte Yang und Yin entsprechen den polaren 'elektrischen und magnetischen Fluiden' der "weissen Magie", die sich abgewandelt auf allen Ebenen wiederfinden. Sie werden im Taoismus oft auf alle Bereiche generalisiert.
Das große Yin und das große Yang befinden sich aus hinduistischer Sicht im Bereich Vishnus (trimurti). Auf der Mentalebene sind das kleine Yin und das kleine Yang an die beiden Pole dieser Ebene, die im Hinduismus bekannten gegeneinander polarisierten MANAS und BUDDHI der mentalen Prakriti gebunden.

Der Taoismus entspricht daher zuerst eher einer höheren magischen Schulung, und erst Techniken des Kreisen des Lichtes u.a. wie sie in " Das Geheimnis der goldenen Blüte" beschrieben werden, geben einen Hinweis auf die Existenz höherer spiritueller Schulen, die das "Goldene Elixier" der grossen Leere anstreben.

Chi
Das taoistische "Chi" der Meridiane der Akupunkturmedizin, von dem über 7 Arten unterschieden werden, ist daher gleichzusetzen mit dem Prana des Yoga bzw. dem tibetischen Lung. Somit ist der Taoismus auch der Pfad vom grünen Drachen (Prana) zum goldenen Drachen (Pranava auf der buddhischen Ebene; die Pingala-Nadi des Yoga ist ebenfalls grün), je nach der praktizierten Technik.
Die ganz negativen materiellen Aspekte des Drachen werden im Taoismus nicht erwähnt, höchstens der Feuerdrache(im 'Xingming guizhi').
Der materielle Körper wird hier nur indirekt durch das Chi beeinflusst. Chi bedeutet in etwa "Ordnende Kraft der Reinheit", die gegen die negativen Kräfte des Drachen wirksam ist. "Ching" beudeutet "Reinheit".
(dazu Ulli Olvedi : Das Stille Qi Gong, TB)
Mantak Chia weist zB. darauf hin dass Körperfett den Fluss des Chi behindert und dass Tao Chi keine Muskelertüchtigung ist.

Eine andere Kraft ist Shen oder der Geist (die reinste und Lebensenergie). Es beinhaltet die mentalen Aktivitäten einer Person inklusive ihres Bewusstseins.
Dazu ein Taschenbuch : Frank : Altchinesische Heilungswege, Jopp-Verlag 1991, ISBN 3-926955-29-5
Cavelius/Li Wu : Praxisbuch der chinesischen Medizin, Ludwig - Edition
Stephan Palos : Atem und Meditation, TB - incl. Messungen von Alpha-Wellen und Beta-Wellen des Gehirns
Lu Kuan Yü (Charles Luke) : Taoist Yoga ; Geheimnisse der chinesischen Meditation;

Shaolin und Taijiquan
Zu den in China praktizierten inneren Kampfkünsten in denen das Chi eine bedeutende Rolle spielt zählt auch das Taijiquan.
Das chinesische Shaolin ist durch seine Kampfkünste(Tao Lu) im Westen bekannt geworden. Nach der Legende erfuhr das zuerst taoistisch geprägte Shaolin-Kloster durch Bodhidharma die Kombination aus Meditationspraktiken des Chan/Zen und körperertüchtigenden Bewegungen Xǐsuǐjīng (chinesisch 洗髓經) und Yìjīnjīng (chinesisch 易筋經). Daraus soll dann die spätere Shaolin-Kampfkunst sowie die Form 'Shiba luohan shou'(chinesisch 十八羅漢手 ‚Die 18 Hände der Arhats‘) entstanden sein. Bodhidharma soll den Kampf im Gegensatz zu seinen Shaolin-Nachfolgern allerdings nur als eine ergänzende Disziplin zum Erreichen der Erleuchtung (jap. satori; chinesisch 悟 wù; skt. bodhi) gelehrt haben. Daher wird hier auch eimne chinesische Form des Buddha Vajrapani verehrt.

Der chinesische Drache ist in einigen Schulen des "Kung Fu", welches eigentlich nur nebenbei eine Kampftechnik beinhaltet, eine Art Synthese der vier Tiere. Er ist also eine Art Akashaprinzip, und damit ein "Hüter der Schwelle", aber hier nur bezüglich der stofflichen Äther.
Das Shaolin hat im Hintergrund das Qigong und das Neigong sowie das Chan und geht weit über das bekannte 'Karate' hinaus, wie auch die Vorführungen der Shaolin Mönche zeigen.
(Luc Théler) : Hunyuan Qi Gong : "Der Weg zur Meisterschaft", liefert autentisches Wissen und Anleitungen zu Übungen, genau wie die verschiedenen Übersetzungen des Buches "Geheimnis der goldenen Blüte".
Dazu auch " Mantak Chia : Taoist Yoga (- die Grundlagen des Qi Gong - Heilens und des Chi-Kreisens)"
Der dort praktizierte kleine Kreislauf (Xiao-zhou-tian) entspricht (natürlich erst bei voller Entfaltung) der Stufe 10 der Universellen Lehre(Dreher des Rades). Der wirklich voll entfaltete grosse Kreislauf entspricht dabei schon der Stufe 12 der Universellen Lehre und entspricht auch dem bekannten Ouroborus.

Alchemie
Einige Richtungen im Taoismus betrieben eine Art von Alchemie(Neidan), die im Mittelalter nach Europa überliefert wurde.

Die Praktiken der "Inneren Alchemie" sind der Kern verschiedener taoistischer Meditationen und ermöglichen Prozesse der inneren Transformation. In einigen Schulen des Taoismusses bedeutet die Verschmelzung des Qi im Dantian (energetisches Zentrum des Menschen) die Herstellung eines „heiligen Embryos“ (Shengtai), dem ewiges Leben gegeben ist.
"Zehn Monate steht der Embryo (der europäische Filius Philosophorum) des Tao unter Feuer. Nach einem Jahr werden die Waschungen und die Bäder warm", sagte das LUNG YEN GING. Das Erreichen des "Goldenen Elixiers " entspricht den Stufen 14 und 16 der UNIVERSELLEN LEHRE. Die 5 Elemente haben aber im Taoismus eine etwas andere Bedeutung, ebenso der Drache.

Diese Verschmelzung des männlichen und weiblichen Prinzips(Yin und Yang ; Fuxi und Nuwa) schildert auch das europäische Rosarium philosophorum(Frankfurt, 1550) mit 'Gabricus und Beya' als Repräsentanten des männlichen und weiblichen Prinzips wie auch im 'Xingming guizhi' beschrieben, was allgemein auf chinesische Einflüsse hindeutet und auch auf ein in den Mysterien gehütetes Wissen.
Lit. :
Richard Wilhelm / C.G. Jung : Das Geheimnis der goldenen Blüte ;
Mantak Chia : Tao Yoga der inneren Alchemie ;
Das alchemistische Buch von innerem Wesen und Lebensenergie(Xingming guizhi) , M. Darga ; Diederichs

Kosmos
Der fortgeschrittene Taoismus richtet seine Aufmerksamkeit auf den Polarstern (Stella Polaris, Nordstern, Ursa Minor Alpha) und auf die Sterne des großen Bären.
Die Hindus weisen ihren sieben ursprünglichen Rishis ebenfalls einen Platz im Grossen Bären an. Als Prototypen oder beseelende Quellen der sieben Himmlischen Menschen (der planetrarischen Logoi) gelten nach A.A.B. die sieben Wesenheiten, die sich durch die sieben Sterne des Bären manifestieren.(A.A.B.; G.L. II. 668)

Meistergrade
Der taoistische 'Hsien' ist ein 'weisser Magier'. Erst der Zhenren bzw. besser der "Julai" ist im chinesiscben Taoismus ein Unsterblicher, der seine Göttlichkeit (der Stufe 19 der Universellen Lehre) durch hingebende und erfolgreiche Praxis der taoistischen Übungen und Lehren verwirklicht hat.

Literatur :
  • *Lu K'uan Yü: "The Secrets of Chinese Meditation", p. 215, Rider Edit
  • Chang Chung-Yuan: "Tao, Zen und schöpferishe Kraft" Diederichs Verlag, 1975
  • Baessler, Adolf: "Die acht Unsterblichen"; Weltkreis 1952/53, S. 4-5
  • Blofeld, John: "Das Geheime und Erhabene", Mysterien u. Magie d. Taoismus; O.W. Barth Verl.
  • Blofeld, John: "Das Rad des Lebens"; Rascher Verl., Zürich, 1961
  • Blofeld, John: "Taoism - the Quest for Immortality", Hazel Watson, Aylesbury, GB, 1979
  • Burang, Theodor, "Chinesische Heilkunst", Origo Verlag, Zürich, 3.Aufl., 1974
  • Chavannes, Edouard: "Five Happinesses" Taoistische Symbole
  • Christie, Anthony: "Chinesische Mythologie" Bildband; Emil Vollmer Verl.
  • Chung-Yuan, Chang, Chang: "Tao, Zen und schöpferische Kraft", Diederichs Verl., Düsseldorf, 1975, ISBN 3-424-005-9
  • Cooper, J.C.: "Der Weg des Tao", O.W.Barth Verl., 1977
  • Lao Tse: "Tao-Te-King", Saturn Verl., Wien, 1932
  • Lia Dsi: "Das wahre Buch vom quellenden Urgrund"; Diedrichs Taschenausgabe
  • Lu K'uan Yü: "Taoist Yoga"; Rider Verl. ;"The Secrets of Chinese Meditation"; Rider Verl.
  • Maisel, Edward: "Gesund durch Tai Chi" Albert Müller Verl., Zürich etc., 1963
  • Miyuki, Mokusen: "Kreisen des Lichtes", Die Erfahrungen der Goldenen Blüte
  • Palos, Stephan: "Atem und Meditation", Otto Wilhelm Barth Verl., 1968 ; "Chinesische Heilkunst" ; "Lebensrad und Bettlerschale",Otto Wilhelm Barth Verl., München, 1968
  • Rawson, Philip und Laslo Legeza: "Tao"; Droemer Knauer Verl.
  • Rousselle, Erwin: "Seelische Führung im lebenden Taoismus", Eranos Jahrbuch 1933
  • Rousselle, Erwin: "Die Meditation in China"; Deutsch-chinesischer Almanach 1932
  • Stiefvater, E.: "Chinesische Atemlehre und Gymnastik"; K.F.Haug Verl., Ulm, 1962
  • Tschuang-Tse: "Reden und Gleichnisse"; Insel Verl., Insel Taschenbuch 205, 1976
  • Wilhelm, Richard: "Das Geheimnis der Goldenen Blüte", Rascher Verl., Zürich etc., 1929
  • Wilhelm, Richard: "I Ging. Das Buch der Wandlungen"; Eugen Diedrichs Verl.
  • Zenker, Ernst Viktor: "Der Taoismus der Frühzeit"; Sitzungsberichte der Akademie d. Wissenschaften in Wien, Vol. 222, 1943
  • THE HUI MING CHING: The Book of Consciousness and Life, Translated by Richard Wilhelm and rendered into English by Cary F. Baynes
  • Das 'Cantong ' ist der älteste Text über Alchemie in China.
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