Das wuchernde und ausufernde PatentrechtAufruf ! |
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Die EU beabsichtigte bis Juli 2005 ein den USA ähnliches Patentrecht umzusetzen,
desen Umsetzung erst nach langen Protesten per Parlamentsentscheidung abgesetzt wurde.
Wie sollte es auch anders sein, denn dort sitzen scheinheilige Schönredner und
Interessenvertreter der EU-Staaten, und auf welchem Wege die meisten dieser
Politiker gross geworden sind, ist ja kein Geheimnis.
So hätten sich zuerst einmal viele Firmen die lächerlichsten Dinge langjährig patentieren lassen können, und wer Kapital hat, kann sich umso mehr Patentgebühren leisten. Eigentlich würde das "gesunde" Rechtsempfinden dahin gehen, zum Zeitpunkt des Inkraftretens bestehende Standards nicht zu genehmigen, aber das "gesunde Rechtsempfinden" der beamteten Juristen ist da oft anders. Wer ein Problem damit hat, der kann ja dagegen klagen. Viele Patentprozesse enden damit, daß die finanzschwächere Partei schliesslich aufgeben muss. Auf diesem Weg wurden in der Vergangenheit viele Kleinpatente zunichte gemacht. Schon die Zeitdauer von 20 Jahren für ein Software-Patent sollte zu denken geben. Es ist die eigentlich eine sittewidrige Beschlagnahmung geistigen Eigentums, aber mit den Sitten ist es seit jeher so eine Sache. Ähnlich ist es zB. mit dem Copyright(70 Jahre) bzw. dem Verwertungsrecht alter Bücher, das selbst von staatlichen Bibliotheken ausgeübt wird. Damit sind Softwarepatente ala ETÜ aber nicht vom Tisch.
Es gibt es ein weiteres Problem. Der Patentinhaber kann per einstweiliger
Verfügung dem "Patentverletzer" den Vertrieb eines Produkts untersagen.
Um gegen ein Patent vor Gericht vorzugehen, muss man mit einem etwa 2
Jahre dauernden Prozess rechnen. Wenn man als Softwarefirma 2 Jahre
wegen der EV kein Produkt verkaufen kann, ist allerdings nicht mehr viel
zu machen außer Konkurs anmelden. Fazit: Selbst absolut unsinnige und
offensichtlich widerrechtlich erteile Patente eignen sich hervorragend,
um die unliebsame Konkurrenz auszuschalten. Und GENAU DAS sehen wir
jeden Tag in den USA, und genau das sollte jetzt auch in Europa eingeführt
werden.(Man könnte sich bei dem ganzen immer wiederkehrenden Theater
auch Gedanken um die Filzigkeit und Erpressbarkeit vieler Politikern machen.)
Auch die neue EU-Richtlinie zum Urheberrecht lässt zu wünschen übrig :
Frankreich(und in den skaninavischen Ländern ist es ähnlich) sieht für Profi-Raubkopierer
2 Jahre Gefängnis und bis zu 300000 Euro Strafe vor. Ersttäter einer Privatkopie bekommen nur ein Bagatell-Bussgeld von 38 Euro und bei Wiederholung nach einem gestaffelten Bussgeldkatalog.
Bei großen US-Firmen gibt es regelrechte Waffenstillstandsabkommen: Es
werden die Stapel von Patenten verglichen, und der mit dem kleineren
Stapel zahlt ein bisschen Geld an den mit dem höheren Stapel, und
keiner geht vor Gericht. Nur die kleineren Konkurrenten, die sich teure
Verfahren oder eigene Patente nicht in dieser MENGE leisten können, sind
raus aus dem Rennen und können jederzeit vom Markt geklagt werden. In den USA
kann das auch persönlich fatale Folgen haben.
Herr Innenminister Schily tätigte einstmals in einem Forum (allerdings in einem anderen Zusammenhang) die Äusserung, wer mit unserer "Demokratie" nicht einverstanden sei, der solle Deutschland verlassen...
Andererseits muss ganz offen auch an der
Umsetzung des Patentrechts durch das Europäische Patentamt(EPA) Kritik geübt werden, das
sich scheinheilig auf das europäische Patentübereinkommen (EPÜ) beruft, und in einer weiten
Auslegung der Klausel bereits rund 30000 Patente auf
"computerimplementierte Erfindungen" inclusive Programmcode erteilte, wozu zB. Schutzansprüche
auf ds Ablegen von Einkaufsgegenständen in einen virtuellen Warenkorb im Webshop oder das
Zahlen mit Kreditkarte im Webshop zählen, was doch wohl Trivialpatente sind.
Ein anderes Beispiel ist die ARD, die sich auf einen uralten Vertrag mit der Bundesrepublik beruft.
Sie erweiterte sich einfach um das ZDF und 3Sat und dann um Kika, dass sich ja auch aus Werbung finanzieren könnte, und kommt natürlich mit dem Geld nicht aus. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts 2008
liess dazu auch nichts von Bescheidenheit und Qualität heraus, dort ist wohl der Wohlstand eingezogen.
Erschreckend ist auch, dass sich bei soviel filziger Unsittlichkeit die EU noch ein harmonisches Europa der Zukunft prognostiziert, sozusagen als Frucht dieser Beschlüsse, die wieder die Großen bevorzugen und die Kleinen mundtot machen, zumindest auf die Dauer. Das Scheitern des EU-Vertrages ist da kein langfristiges Hindernis. Diese modernen Vereinheitlichungsbestrebungen erinnern immer mehr an ein Nachahmen der amerikanischen "Demokratie", also der alten Fehler und Kontrollstrukturen in Neuauflage, und damit des De-Facto-Atheismusses und Materialismusses und des aufgeblasenen Machotums der Führungsschichten. Es ist wieder der altbekannte Zickzackkurs der Egoismen und des Vitalen in moderner Aufmachung. Wiki zumPatent-Recht.
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