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"Wer von Deiner Maya getäuscht ist, sieht nicht während er sieht,
versteht nicht, während er hört, und er kennt die Wahrheit nicht
während er liest" - Kularnava Tantra
Der Student der östlichen Lehren trifft immer wieder auf den Begriff der MAYA.
Die Welt sei eine Erscheinungsform der MAYA, eine Täuschung oder Illusion.
Auch in der Bibel findet sich ein Hinweis auf die MAYA : Am Anfang schuf Elohim
Himmel und Erde, Finsternis ("Maya") schwebte über der Urflut, und der Geist Gottes
schwebte über den Wassern (vergleichbar : Geist - A ; Finsternis - U ; Wasser - M).
Der kashmirische Shivaismus spricht von den 7 Tattwas unterhalb
des Göttlichen : MAYA, die fünf Kanchukas (Kalaa, Vidya, Raga, Kaala, Niyat) und Purusha,
die die Kräfte der unteren Welten ausmachen. Die Kanchukas werden geschaffen, wenn das
Licht auf die dunklen Maya(-äther oder Tattwa) und die daraus erschaffene buddhische Ebene und
die Mentalebene trifft.
Der Purusha bekleidet sich mit den Pancha-Kanchukas(Vijñânamaya Kosha) oder fünf aus
der Maya entwickelten Hüllen. Der Purusha wird auch Sakala genannt, denn er ist von Unwissenheit
umhüllt, die aus der Maya stammt. Anava oder Avidya behindert die für die Aktivitäten
des Purusha notwendigen Energien.
1. Kalaa (Begrenzung der Aktion; Reflektion der Macht; beseitigt Finsternis teilweise;
steht in Zusammenhang mit Karma)
2. Vidya (Reflektion des Lichtes des Bewusstseins; Manas : Ursache für ein begrenztes Wissen;
Erfahrung von Schmerz und Leid)
3. Raga (Ursache für Liebe oder Anziehung von Objekten und Bildern);
4. Kaala (Zeit; zählt Dinge als Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft)
5. Niyati (Begrenzung des Raums, zieht die Resultate des Karma an);
Purusha (Buddhi; Bhokta; individuelles Subjekt, Wissen von Objekten)
entstehen aus :
Maya-Tattwa(Illusion von Individualität und Manifestation)
und Sad-Vidya (Wahres Wissen, Heiliger Geist),
einer Ausstrahlung aus dem Ishwar Tattwa (Schöpfergott)
In ähnlicher Weise bilden sich in der Kabbala aus dem "Blitz ohne Ende"
die 10 Sephiroth(Kerne) und die 10(4) Qlippoth(Schalen)
"Maya, die wirklich ein Hindernis ist aber keine Macht hat, etwas aus sich selbst zu schaffen, wird
mit der Kraft der spirituellen Seele imprägniert und schafft diese Welt der Farben und Formen.
Die Seele, die der wirkliche Schöpfer und Erhalter dieser Dinge ist, erschafft nicht weiter, weil
sie sich in das Brahmand und höhere Regionen zurückgezogen hat, so dass Maya langsam zu ihrem alten
Zustand zurückschrumpft."(Huzur Maharaj)
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MAYA ist also eine der essentiellen Schöpfungskräfte. Sie entsteht nach der
indischen Mythologie, wenn Shiva und Shakti sich im Göttlichen vereinigen, also als
Nebenprodukt des Ananda.
Maya wird in indischen Schriften als wunderschönes Mädchen beschrieben, welches immer
hässlicher und älter wird, je tiefer es in die unteren Ebenen herabsteigt.
Auf unserer materiellen Ebene endet es als hässliche alte Frau mit Krückstock, in einer
Welt mit den Charakteristika der Natur des Todes.
In diesen Zusammenhang bietet sich eine Meditation über den Zusammenhang
von Maya (mit ihrer Täuschungsstruktur) und vergänglicher materieller Schönheit an.
Die Schönheit der buddhischen Wesen ist ja ein Abklatsch der atmischen spirituellen
Schönheit. Auch Mara versucht den Buddha nach der Legende mit Bildern schöner Frauen.
(Das betrifft natürlich nicht die
Weisse Tara oder die
Vajrayogini ...)
Es gibt Lehren, die Welt existiere nur in unserem Bewusstsein, aber ebenso spiegelt doch
unser Bewusstsein bestimmte Naturgesetze wieder, aus deren Standpunkt wir die Dinge verstehen.
Die Welt existiert auch ohne uns. Daher bedeutet der Eintritt des Bewusstseins in höhere Ebenen
auch das richtigere Verständnis von höheren Ebenen aus.
Solche Erkenntnisse hat auch schon die Physik, die einsehen musste, dass unsere Naturgesetze
Spezialfälle unter Vernachlässigung allgemeinerer Zusammenhänge
sind. Ein Beispiel sind die Mechanikgesetze Newtons.
Maya entsteht als Kraft nach A.A. Bailey (D.K.) auch, wenn sich auf den "kosmischen Einweihungen"
die kosmischen göttlichen Meister mit den kosmischen Meisterinnen (Meister D.K. nennt als
Beispiel die momentane Einweihung des Kumara auf den Pleyaden) vereinigen. Dies erfolgt
also automatisch zusammen mit der Entstehung von Kräften aus dem Bereich der Kanchukas,
die die ATMISCHE EBENE bilden.
Damit ergibt sich wieder das Bild der Polarität, aus der Maya und die Kanchukas entstanden :
Maya als ätherisch-stoffliche Ursubstanz der vier unteren Welten (mit dem zerstörerischen
Bösen und dem Zorn als Qualität) und die Kanchukas, die bis auf die Mentalebene heruntereichen.
Dazu befindet sich in dem kleinen Taschenbuch von Sri Yuktesvar Giri : "Die heilige
Wissenschaft" (auf Seite 24) eine schöne vereinfachte Zeichnung.
MAYA ist im Hinduismus auch als Teil des NIEDEREN BRAHMANS bekannt, das im AUM mitexistiert,
und das im Shabda oder Nada, dem späteren NADA-Brahman, auf der buddhischen Ebene endet.
In der alten europäischen Mystik wird MAYA als der ZORN GOTTES bezeichnet. Sie ist
dessen Substanz und hat entsprechende Qualitäten. (Swedenborgh, Böhme, Lorber, etc.).
Die Schöpfung wird als Schöpfung des
Zornes Gottes bezeichnet, dh. aus dieser Kraft besteht unsere Welt substanziell.
Dieser wird durch die Kräfte des Lichtes gebändigt, worauf sich die Gesetze der Physik aufbauen,
die den vier unteren Welten zugrundeliegen.
Maya besitzt die Qualität des zerstörerischen Zornes, der Unwissenheit und der Täuschung.
Die Apokalypse 14 sagt dazu : "Und niemand von den 24 Ältesten konnte bestehen
vor dem Zorn dessen, der auf dem Thron sitzt und dem Zorn des Lammes...".
Wird "Gott" oder ein göttlicher Meister ZORNIG, so produziert er automatisch diese
Kraft: Der Buddhismus warnt daher vor Hass, Gier und Zorn(Unwissenheit), und er
kennt auch die zornigen Buddhas.
In der Magie ist MAYA als die höchsten dunklen stofflichen ÄTHER bekannt, die
höchsten stofflichen Akasha. Franz Bardon ordnet ihnen den Buchstaben "U" zu, der
in der heutigen tibetischen Mystik fälschlicherweise der höchsten
"Liebe" zugeordnet wird (A - "U" - M).
Das Entwicklungsziel der "Schwarzen Meister" ist die Maya, unter
Benutzung des Pfades über den Pranava der buddhischen Ebene, wodurch sie meist
als hochentwickelter Mensch auch die atmische Ebene beherrschen.
Daher warnt A.A.Bailey(D.K.), dass ein Jünger vor der 4. Einweihung noch auf den
schwarzen Pfad abweichen könne.
Das Ziel der "Jünger des Lichtes" ist hingegen die Erleuchtung durch den Paramatma, des
höchsten Purusha oberhalb der Kanchukas, und noch höhere spirituelle oder
gnostisch-göttlich-monadische Kräfte.
Literatur :
H.H. Mahatapasvi Shri Kumarswamiji : 'Virahsaivism: History and Fundamental Concepts', India
Ein Wiki zur Maya
Maya auf newworldencyclopedia
Engl. Seite zum Kulanarva-Tantra
Kanchukas und Tattwas
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